MD

Medizinischer Dienst / Bundesknappschaft / MEDICPROOF GmbH

Der Medizinische Dienst (oft kurz MD, früher MDK), die Bundesknappschaft, die MEDICPROOF GmbH prüft bei dir zu Hause oder im Pflegeheim, wie selbstständig du noch bist – und daraus ergibt sich dein Pflegegrad (1–5).

Hier versuche ich verständlich zu erklären, was genau bei der Begutachtung passiert:

🏠 1. Termin & Vorbereitung

  • Du bekommst einen Termin angekündigt (meist schriftlich).
  • Ein Gutachter (Arzt oder Pflegefachkraft) kommt zu dir.
  • Wichtig: Sei ehrlich und zeige deinen tatsächlichen Alltag, nicht „deine beste Seite“.

👀 2. Das schaut sich der Medizinische Dienst an

Die Begutachtung basiert auf 6 Lebensbereichen (Module):

🧠 1. Mobilität

  • Kannst du alleine aufstehen, gehen, Treppen steigen?
  • Wie beweglich bist du insgesamt?

🧩 2. Kognitive & kommunikative Fähigkeiten

  • Orientierung (Zeit, Ort)
  • Verstehen & Sprechen
  • Erinnern

🧠❤️ 3. Verhalten & psychische Probleme

  • Unruhe, Ängste, Aggression
  • Nächtliche Unruhe
  • Weglauftendenzen (z. B. bei Demenz)

🧼 4. Selbstversorgung

  • Waschen, Duschen, Anziehen
  • Essen & Trinken
    👉 Sehr wichtiges Modul!

💊 5. Umgang mit Krankheit & Therapie

  • Medikamente einnehmen
  • Arztbesuche organisieren
  • Wunden versorgen

🏡 6. Alltagsleben & soziale Kontakte

  • Tagesablauf gestalten
  • Kontakte pflegen
  • Selbstständig Entscheidungen treffen

🧮 3. Punkte-System → Pflegegrad

Jeder Bereich wird bewertet und gewichtet. Daraus ergibt sich eine Punktzahl:

  • < 12,5 Punkte → kein Pflegegrad
  • 12,5–27 → Pflegegrad 1
  • 27–47,5 → Pflegegrad 2
  • 47,5–70 → Pflegegrad 3
  • 70–90 → Pflegegrad 4
  • 90–100 → Pflegegrad 5

🗣️ 4. Gespräch & Beobachtung

Der Gutachter:

  • stellt Fragen (dir und ggf. Angehörigen)
  • lässt sich Abläufe zeigen (z. B. Aufstehen, Gehen)
  • schaut sich Unterlagen an (Arztberichte, Medikamente)

👉 Es ist keine Prüfung, sondern eine Einschätzung deiner Situation.

📄 5. Ergebnis

  • Der Medizinische Dienst erstellt ein Gutachten.
  • Deine Pflegekasse entscheidet dann offiziell über den Pflegegrad.
  • Du bekommst den Bescheid per Post.

⚠️ Wichtige Tipps

  • Nichts beschönigen! (auch „schlechte Tage“ schildern)
  • Hilfsmittel zeigen (Rollator, Pflegebett etc.)
  • Pflegeaufwand ehrlich darstellen
  • Angehörige sollten dabei sein (wenn möglich)

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Hier versuche ich zu erklären was man am besten nicht macht bei der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst / die Bundesknappschaft / die MEDICPROOF GmbH

Was sollte man besser nicht sagen.....

Bei der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst ist es wichtig, die eigene Pflegesituation realistisch darzustellen. 

Beschönigungen oder das Verschweigen von Einschränkungen , etwa aus Scham, können dazu führen, dass der tatsächliche Hilfebedarf unterschätzt wird.

Vermeiden Sie daher Aussagen wie: „Das schaffe ich noch allein“, „Es geht schon“ oder „Ich habe keine Schmerzen“, wenn diese nicht der Realität entsprechen. 

Entscheidend ist, den Alltag so zu zeigen, wie er wirklich ist, auch an schlechten Tagen, nicht nur an guten. 

Außerdem sollte die Begutachtung möglichst nicht ohne die Hauptpflegeperson auf Wunsch auch mit mir, stattfinden.

Darauf sollten Sie achten:

  • Keine Heldenrolle einnehmen: Spielen Sie Ihre Selbstständigkeit nicht herunter. Wenn Tätigkeiten nur mit großer Anstrengung oder Hilfe möglich sind, sagen Sie das auch so.
  • Nichts beschönigen: Probleme wie Inkontinenz oder psychische Belastungen sollten nicht verschwiegen werden.
  • Nicht vorschnell handeln: Beginnen Sie die Begutachtung nicht allein, insbesondere wenn die pflegebedürftige Person kognitiv eingeschränkt ist.
  • Keine perfekte Fassade: Eine übermäßig aufgeräumte Wohnung kann den Eindruck erwecken, dass der Haushalt eigenständig bewältigt wird. Es muss nicht alles perfekt sein.
  • Angaben zur Pflegeperson: Persönliche Details müssen nicht genannt werden, wenn die Pflegeperson anonym bleiben möchte.
  • Irrelevante Fragen: Themen wie politische Ansichten, Religion oder Weltanschauung müssen nicht beantwortet werden.
  • Unterlagen bereithalten: Vermeiden Sie den Eindruck fehlender Nachweise – ärztliche Berichte und Medikamentenpläne sollten vollständig vorliegen.

Wichtig:
Der Gutachter ist kein Gegner, sondern bewertet die Situation im Auftrag der Versicherung. Seien Sie offen und ehrlich – nur so kann der tatsächliche Pflegebedarf korrekt eingeschätzt werden.

 

© Peter Schöpe 03/2026  Alle Rechte vorbehalten.

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